Fußball-WM: Fit vor dem Fernseher

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Viele Fans freuen sich auf große Sportereignisse wie die Fußball-WM. Doch nicht jeder kommt in den Genuss des Live-Ereignisses im Stadion - und so wird für die meisten der Fans die Fußball-WM im TV stattfinden.

Ob allein oder mit Freunden geschaut - für viele Fans, die mit den Spielern erregt vor dem Bildschirm mitfiebern, bedeutet das Großereignis Stress pur. Dies zeigt z.B. eine Studie, die britische Ärzte anlässlich der 98-er WM in Frankreich erstellt haben. Als am 30. Juni England im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen Argentinien verlor und damit den Einzug ins Halbfinale verpasste, fieberten 24 Millionen Briten vor dem Fernseher mit.

Sowohl an diesem Abend als auch an den beiden nächsten Tagen wurden in Großbritannien deutlich mehr Patienten wegen akuter Herzinfarkte ins Krankenhaus eingeliefert. Um 25 Prozent schnellte die Zahl in die Höhe. Vermutlich gab es noch mehr Opfer des WM-Spiels, da die Fälle von plötzlichem Herztod nicht ausgewertet wurden.

Andererseits zeigen Zahlen aus Frankreich, dass der Titelgewinn sich stärkend auf das Herz der Fans auswirkt. Am Tag des WM-Finales 1998 - Frankreich gewann mit 3:0 gegen Brasilien - starben nur 23 Männer in Frankreich am Herztod, während in den fünf Tagen vor und nach dem großen Spiel jeweils 33 Männer einem Infarkt erlagen.

Deutlich wurde auch, dass Fußball - zumindest in Sachen Herzinfarkt - nach wie vor ein Männersport ist, da unter Frauen keine signifikanten herzschützenden Wirkungen des Titelgewinns nachzuweisen waren.

Entspannung einplanen

Stress ist für die Entstehung vieler Krankheiten mitverantwortlich. Daher sollte auch in Zeiten starker seelischer Belastung - und die ist für die Fußball-Fans während der WM fast täglich gegeben - auf Entspannung geachtet werden.

Dazu kann beispielsweise die Halbzeitpause genutzt werden. Für viele Zuschauer ist die Analyse der selbsternannten Fußballreporter sowieso nicht so wichtig. Daher können die fünfzehn Minuten effektiv genutzt werden - vielleicht für ein bewusstes Abschalten mit Hilfe von autogenem Training oder Yoga.

Sinnvoll ist auch eigene Bewegung. Hier bietet sich die Zeit zwischen zwei Übertragungen an. Dabei sollen keine sportlichen Höchstleistungen erbracht werden, sondern ein kleines Trainingsprogramm genügt schon. Ein paar Runden schwimmen bietet sich ebenso an wie eine kleine Radtour (vielleicht muss ja auch der Vorrat an Bier und Co. aufgefüllt werden). Leichtes Laufen im Wald bringt viel frische Luft.

Wenn der Ball dann im Fernsehen und auf den WM-Spielplätzen zur Ruhe gekommen ist, beginnt die Zeit für die eigene längere Bewegung, sprich den Sport. Dabei kann man sich mit Freunden zum gemütlichen Kick auf dem Bolzplatz treffen oder ein paar Runden joggen. Regelmäßige Bewegung trainiert den Körper, stärkt die Muskeln, erhöht Belastbarkeit und Selbstbewusstsein.

Bewegung während des Spiels

Fit vor dem Fernseher bleibt, wer aktiv zuschaut. Der einfachste Rat ist, begeistert mitzugehen, d.h. wie im Stadion bei jedem Tor oder Torschuss aufzuspringen, die Arme in die Höhe zu reißen oder über dem Kopf zusammenzuschlagen, wenn der Ball doch knapp danebengeht.

Auch das Anfeuern der Spieler kann nicht schaden. Diese werden es zwar nicht hören, aber für Sie ist es eine Möglichkeit, sich Luft zu machen – und Stress abzubauen.

Nicht ärgern lassen sollten Sie sich von unqualifizierten Kommentatoren oder unfähigen Schiedsrichtern. Entspannen Sie lieber Ihre Nackenmuskulatur, indem Sie in aufrechter, lockerer Haltung stehen, die Füße etwa schulterbreit auseinander. Der Kopf zeigt geradeaus nach vorne. Nun mit einer Hand über den Kopf zum Ohr fassen, den Kopf leicht zur Seite ziehen. Die gegenüber liegende Schulter in Richtung Boden ziehen, bis Sie seitlich am Hals bzw. Nacken das Dehnungsziehen spüren. Anschließend die Übung auf der anderen Seite wiederholen.

Grundsätzlich gilt, dass man vor dem TV keine Ausdauer trainieren kann, dafür aber die Kraft. Hilfreich sind z.B. Liegestützen, Kniebeugen und Sit-ups, die auch während des Spiels für Abwechslung sorgen.

Stundenlanges Fernsehen ist vor allem für die Augen anstrengend, weil man über längere Zeit auf ein begrenztes Sichtfeld starrt. Mindestens einmal pro Halbzeit sollten Sie Ihren Blick in die Ferne schweifen lassen. Dank der vielen Wiederholungen verpassen Sie so sicherlich auch kein Tor von Ronaldo, Messi, Neymar oder Müller.

Essen und Trinken

Essen vor dem TV muss nicht unbedingt dick machen. Das gilt vor allem dann, wenn Menü und Menge stimmen. Wer sich unkontrolliert mit Chips, Salzstangen und Co. vollstopft, wird dies nach vier Wochen WM auch auf der Waage sehen.

Ernährungsexperten empfehlen, die Mahlzeiten zuvor in der Küche zu portionieren. So vielfarbig wie die Trikots der Mannschaften sollten auch die Speisen aussehen – dies gelingt vor allem mit viel Obst und Gemüse.

Je nach Landesfarben können die Bestandteile ausgewählt werden: z.B. gelbe und grüne Paprika für Brasilien. Wie wäre es beispielswiese mit Tacos und einer selbstgemachten Tomatensalsa während des Spieles gegen Mexiko? Beim Schweden-Spiel können dann Köttbullar, Kanelbullar (Zimtschnecken) oder Lachs-Wraps auf den Tisch kommen. Und auch die koreanische Küche hält einiges an Schmackhaftem bereit, wie z.B. Kimchi (Kohlgerichte), Pajeori (Lauchzwiebelsalat) oder verschiedene Nudelspeisen – probieren Sie doch einfach mal etwas aus!

Der Klassiker in Sachen Getränke ist natürlich Bier, wenngleich zu viel Bier der Gesundheit schadet. Außerdem wäre ein frühzeitiges Betrinken in der Vorrunde hinderlich – fordert doch der Spielplan eine extreme Kondition, wenn denn gleich drei oder vier Spiele hintereinander zu schauen sind.

Alternativen sind exotische Drinks mit Fruchtsäften, die vielleicht wieder die Landes- oder Trikotfarben aufnehmen können. Ihrer Fantasie sind beim Mischen keine Grenzen gesetzt. Auch der Klassiker Mineralwasser könnte mit etwas Lebensmittelfarbe versetzt den Fußball-Paarungen angepasst werden.

Und bei aller Euphorie sollte man nicht vergessen, dass es sich bei der ganzen Fußball-WM nur um ein Spiel handelt, an dem nicht das zukünftige Glück hängt. Und vielleicht behält ja der englische Profi Gary Linneker Recht, der sagte: "Fußball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, und am Ende gewinnt immer Deutschland."