„Hepatitis eliminieren!“

Welthepatitistag

So lautet das Motto des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages, der am 28. Juli 2017 stattfindet. Nach aktuellen Schätzungen der WHO leben weltweit etwa 330 Millionen Menschen mit einer Hepatitis-Erkrankung. Diese Zahl soll bis 2030 drastisch eingedämmt werden.

Für eine Welt ohne Hepatitis

Weltweit sind mehr als 330 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B oder C infiziert, an den Folgen einer Virushepatitis sterben jährlich etwa 1,4 Millionen Menschen. Das sind mehr Todesfälle, als jeweils durch HIV oder Malaria verursacht werden.

Das Tückische für die Betroffenen: Häufig verursacht eine Virushepatitis keine oder nur unspezifische Symptome, so dass sie lange Zeit unbemerkt verläuft, bis lebensbedrohliche Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs eintreten.

Um die globale Bedeutung der Virushepatitis hervorzuheben und weltweit Sensibilisierung, Aufklärung und Prävention in den einzelnen Ländern zu fördern, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den Welt-Hepatitis-Tag zum offiziellen Gesundheitstag erklärt.

Im Mai 2016 wurde eine globale Strategie von allen WHO-Mitgliedsländern beschlossen, um die Virushepatitis durch ein strategisches und ganzheitliches Vorgehen zu bezwingen. Diese sogenannte NOhep-Strategie hat das Ziel, Hepatitis B und C bis zum Jahr 2030 weltweit zu eliminieren.

In Deutschland hat die Bundesregierung ebenfalls die Weichen für die Elimination der Virushepatitis gestellt: Seit April diesen Jahres gibt es erstmals eine Strategie gegen Virushepatitis - eingebettet in einen Gesamtplan, mit dem HIV, Hepatitis und andere sexuell übertragbare Erkrankungen eingedämmt werden sollen.

Wenn man jetzt mit gezielter Diagnostik startet und eine systematische Überführung der Patienten in die medizinische Versorgung gelingt, kann nach jüngsten Berechnungen die Elimination noch vor dem Zieljahr 2030 gelingen.

Impfung und Heilung sind möglich

Eine Hepatitis-B-Infektion lässt sich durch eine Schutzimpfung verhindern. Eine Neuinfektion heilt bei Erwachsenen meist von selbst aus, kann aber auch chronisch werden.

Medikamente können eine chronische Hepatitis B in der Regel nicht ganz ausheilen, sie aber unterdrücken. Damit sinkt die Gefahr von Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs, und wahrscheinlich auch das Ansteckungsrisiko für andere. Forscher suchen nun intensiv nach heilenden Therapien gegen Hepatitis B.

Eine Hepatitis-C-Infektion ist dank neuer Medikamente heute fast immer heilbar. Frühere Therapien (mit Interferon) konnten zwar ebenfalls zur Heilung führen, erreichten dieses Ziel aber deutlich seltener und waren für ihre Nebenwirkungen berüchtigt.

Das Interferon-Zeitalter ist für die Hepatitis C jedoch vorbei: Seit 2014 wurde eine Reihe von neuen Medikamenten zugelassen, welche verträglicher sind und über 90 % der Betroffenen schon beim ersten Therapieversuch dauerhaft von ihrer Infektion befreien. Damit ist das Ziel, die Hepatitis C bis 2030 zu eliminieren, nun erstmals überhaupt denkbar geworden.

Um Hepatitis B und C einzudämmen bzw. zu eliminieren, ist nicht nur Prävention sehr wichtig. Unverzichtbar ist auch, dass Betroffene rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden: Eine Hepatitis-Infektion spürt man lange nicht und auch die typische Gelbfärbung der Haut und Augen bleibt oft aus.

Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Gelenkbeschwerden sind eher unspezifisch. Wer nichts von seiner Infektion weiß, hat keine Chance, diese zu behandeln - und kann unwissentlich die Infektion an andere weitergeben.

Wer ein Risiko für eine Virushepatitis hat, tut gut daran, sich weiter untersuchen zu lassen. Auf der Webseite Lebertest.de der Leberhilfe Projekt gUG können Sie mit einem anonymen Online-Test herausfinden, ob es in Ihrem Leben Risikofaktoren für Hepatitisinfektionen oder andere Lebererkrankungen gab.

Mehr Infos zu Hepatitis B

Hepatitis B wird durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht. Sie kann im ersten halben Jahr folgenlos von selbst ausheilen, aber auch chronisch werden. Bei Erwachsenen heilt Hepatitis B im ersten halben Jahr in über 90 Prozent der Fälle von selbst aus - die Betroffenen sind danach für den Rest ihres Lebens immun.

Kinder, Senioren und chronisch Kranke mit geschwächtem Immunsystem (z.B. HIV-Patienten oder Organtransplantierte) entwickeln dagegen häufiger eine chronische Hepatitis B. Bei Säuglingen verläuft eine akute Infektion sogar in etwa 90 Prozent aller Fälle chronisch.

Die chronische Hepatitis B verläuft von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Es sind milde Verläufe genauso möglich wie schwere Verläufe, die nach einigen Jahren oder gar Jahrzehnten zu Zirrhose und/oder Leberkrebs führen können.

Hepatitis B wird hauptsächlich über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Meist erfolgt die Ansteckung über Sexualverkehr oder von der infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes. Weitere Ansteckungsquellen sind kontaminierte Nadeln, Hygienemängel im medizinischen Bereich oder bei Piercings und Tätowierungen.

Bei einer akuten Infektion gibt es oftmals keine Symptome. Es können leichte, grippeähnliche Symptome auftreten, wie z.B. Fieber, aber auch Übelkeit, heller Stuhl und dunkler Urin oder eine Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen. Bei einer chronischen Infektion haben die meisten Betroffenen keine Symptome, bis sie Zirrhose oder Leberkrebs entwickeln.

Der wichtigste Wert für die Diagnose einer Hepatitis B ist das HBs-Antigen. Ist dieses positiv, hat man die Erkrankung. Weitere Werte sind anti-HBc-Antikörper und anti-HBs-Antikörper. Diese drei Werte können unterscheiden, ob eine Hepatitis B vorliegt, ausgeheilt ist oder ob man erfolgreich geimpft wurde.

Mehr Infos zu Hepatitis C

Auslöser der Leberentzündung Hepatitis C ist das Hepatitis-C-Virus (HCV). Die akute Infektion führt nur selten zu Symptomen und kann bei etwa 20 Prozent der Betroffenen in den ersten sechs Monaten von selbst ausheilen.

Meist wird die Infektion jedoch chronisch und bleibt dann dauerhaft im Körper. Eine chronische Hepatitis C verläuft individuell sehr verschieden. Nach zwei bis drei Jahrzehnten kommt es jedoch bei 15 bis 30 Prozent der Betroffenen zu Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs.

Das Hepatitis-C-Virus wird über infiziertes Blut übertragen, wenn dieses in Blutbahn oder Schleimhäute eines Gesunden eindringt. Eine sexuelle HCV-Übertragung ist zwar möglich, aber relativ selten.

Wichtig ist, dass Hepatitis C nicht durch Alltagskontakte übertragen wird, also weder durch Anhusten/Anniesen, nicht durch Händeschütteln oder Umarmen und auch nicht durch die Benutzung der gleichen Toilette oder durch das Trinken aus dem gleichen Glas.

Auch bei Hepatitis C sind meist keine Symptome vorhanden. Wenn doch Beschwerden auftreten, sind diese oft unspezifisch, wie z.B. Müdigkeit, leichte Übelkeit, heller Stuhl, dunkler Urin, grippeähnliche Symptome oder Fieber.

Die chronische Hepatitis C kann neben einer Leberschädigung auch mit anderen Beschwerden einhergehen. Diese werden als extrahepatische Manifestationen bezeichnet. Beobachtet wurden u.a. Gelenk- und Muskelbeschwerden, häufigere Depressionen und Ängste, Neuropathien, Erkrankungen der Nieren oder Schilddrüse sowie ein erhöhtes Diabetesrisiko.

Bei Verdacht auf Hepatitis C wird das Blut zunächst auf HCV-Antikörper (anti-HCV) untersucht. Diese sind etwa sechs bis neun Wochen nach einer Infektion messbar und eine Reaktion des Immunsystems auf das Virus.