Tag der ersten Hilfe am 8. September

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Nach einem Unfall ist schnelles Handeln gefragt. Doch viele Menschen sind sich unsicher und haben große Angst, etwas falsch zu machen. 44 Prozent der Deutschen helfen nicht, weil sie diese Angst haben, so das Ergebnis einer Forsa-Umfrage von 2015 im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Oftmals liegt der Kurs, der einst zum Erwerb des Führerscheins absolviert wurde, Jahre oder gar Jahrzehnte zurück. Das kann fatale Folgen haben, bis hin zum passiven Abwarten in einer Situation, die über Leben und Tod entscheiden kann.

Erste Hilfe kann jeder!

Unter "Erste Hilfe" im umfassenden Sinne wird der Umgang mit Notfällen durch Unfall oder eine akute Erkrankung verstanden. Dazu gehören

  • lebensrettende Sofortmaßnahmen (damit der Betroffene überlebt),
  • die Erste Hilfe im engeren Sinne (Betreuung des Betroffenen, Linderung von Schmerzen durch die richtige Lagerung, Versorgung der Wunden, Überwachung von Bewusstsein und Atmung).

Die Maßnahmen sind in dieser Reihenfolge durchzuführen. Zu den lebensrettenden Sofortmaßnahmen gehören u.a.

  • der Notruf unter 112 ("phone first, phone fast"), damit der Rettungsdienst von der Notlage informiert ist,
  • Beseitigung von Gefahren (Feuer, Strom, laufende Maschinen),
  • Absichern der Unfallstelle (Selbstschutz beachten!),
  • Rettung des Betroffenen aus einer Gefahrenzone,
  • die Abwehr lebensbedrohlicher Zustände (Atemstillstand, Herz-Kreislauf-Stillstand, starke Blutungen, starke Verbrennungen, Schock).

Ruhe und Umsicht

Wer in einem Notfall helfen will, muss eine Reihe von Entscheidungen treffen. Der Helfer muss nach Möglichkeit vermeiden, sich selbst, den Betroffenen oder andere Menschen durch unbedachtes Handeln zu gefährden.

Er muss entscheiden, welche Maßnahmen so dringend sind, dass sie vor dem Notruf durchgeführt werden müssen. Ebenso muss bei mehreren Verletzten entschieden werden, wer am stärksten bedroht und daher vorrangig zu versorgen ist.

Daher ist es wichtig, sich zuerst ein Bild von der Situation zu machen und zu überlegen, welche Gefahren den Betroffenen durch lebensbedrohende Zustände drohen können.

Der Helfer sollte ruhig und sicher auftreten, um nicht nur den Verletzten, sondern auch umstehende Personen zu beruhigen und unüberlegte Handlungen zu verhindern.

Tipps zur Soforthilfe

Wenn man an den Ort eines Notfalls kommt, muss man (eventuell nach einer Absicherung der Unfallstelle und Rettung des Betroffenen aus einem Gefahrenbereich)

  • den Betroffenen ansprechen. Ist er ansprechbar, werden seine Verletzungen versorgt.
    Ist er nicht ansprechbar, muss man den Notruf tätigen und gegebenenfalls weitere Personen zu Hilfe rufen und
  • die Atmung kontrollieren. Atmet der Betroffene, bringt man ihn in die stabile Seitenlage und kontrolliert bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ständig Bewusstsein und Atmung. Atmet der Betroffene nicht, muss man
  • ihn zweimal beatmen und dann erneut kontrollieren, ob er atmet oder ob er sich bewegt. Sind weder Atmung noch Bewegung feststellbar, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Drücken Sie fest und schnell – etwa 120 Mal pro Minuten fünf Zentimeter tief in die Mitte des Brustkorbs. Wer entsprechend geübt ist, sollte den Bewusstlosen zudem beatmen: Auf 30 Kompressionen folgen zwei Beatmungen. Wer sich dies nicht zutraut, sollte unbedingt die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Seien Sie ein H E L D

Diese vier Buchstaben stehen für eine Reihe von Maßnahmen, die grundsätzlich immer durchzuführen sind. Der Helfer darf sie niemals vergessen. Deshalb wurde dieser einprägsame Begriff geprägt.

H: Hilfe rufen – der Notruf unter 112!

E: Ermutigen und trösten

L: Lebenswichtige Funktionen (Bewusstsein und Atmung) kontrollieren

D: Decke unterlegen / zudecken, damit der Betroffene nicht auskühlt.

Dabei ist durch die Buchstabenkette keine Reihenfolge vorgegeben. Ermutigen und trösten ist nicht sinnvoll, so lange der Notruf nicht getätigt wurde und die lebenswichtigen Funktionen nicht gesichert sind.